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Rosen veredeln – Tipps für die Rosenveredelung

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Lieblingsrosen lassen sich durch Augenveredelung, der so genannten Okulation, vermehren. Diese Art der Rosenveredelung erfordert jedoch etwas Übung und Geschick. Ferner wird zum Rosen veredeln auch noch entsprechendes Werkzeug benötigt.

Rosen veredeln: Okulieren in einfachen Schritten
Rosen veredeln: Okulieren in einfachen Schritten

Wer sich identische Nachkommen seiner Rosen wünscht, der darf diese nur für den Hausgebrauch vermehren, keinesfalls für den gewerblichen Verkauf. Werden Rosen, die unter Sortenschutz stehen, in Eigenregie veredelt und dann verkauft, muss dem ursprünglichen Sortenzüchter eine Lizenzgebühr gezahlt werden.

Soll jedoch der Garten mit weiteren Exemplaren der Lieblingsrosen aufgestockt werden, ist das Rosen veredeln erlaubt. Dabei ist diese Art der Vermehrung allein auf vegetativem Wege möglich. Beispielsweise mit Hilfe der Okulation.

Für diese Methode der Rosenvermehrung sind zwei Partner nötig. Einerseits die Edelrose, die vermehrt werden soll und andererseits die Wildrose, die als Veredlungsunterlage dient. Die Edelrose liefert das Auge, um so die Eigenschaften der Sorte weiterzugeben, die Wildrose wiederum den nährenden und beschützenden Körper. Durch das Einsetzen des Auges in den Wurzelhals der Wildrose verwachsen die Partner auf Dauer miteinander und lassen auf diese Weise eine neue Edelrose der gewünschten Sorte entstehen.

Als übliche Veredlungsunterlagen werden zum Beispiel Wildrosensorten wie die Heckenrose Laxa oder die Hundsrose Inermis genutzt. Wobei erstere sich durch einen geraden Wurzelhals und letztere durch eine sich gut ablösende Rinde auszeichnet. Als idealer Pflanzzeitpunkt der Veredlungsunterlagen gelten Herbst oder Frühjahr. Der Abstand zwischen den einzelnen Wildrosen sollte beim Pflanzen 25 cm betragen, der Wurzelhals noch ein wenig aus dem Boden herausschauen, damit sich die Augen später müheloser einsetzen lassen. Nach dem Pflanzen werden die Wildrosen gut gewässert und um den Wurzelhals wird Erde angehäufelt. Bis zum Juli können die Veredlungsunterlagen in Ruhe wachsen.

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Rosen veredeln: Okulieren in einfachen Schritten

Die Kunst des Rosenveredelns ist erlernbar. Rosenschulen oder Gärtnereien bieten Kurse dazu an. Jedoch ist das Okulieren nicht so schwierig wie vermutet. Etwas Geschick und ein wenig Übung reichen meist völlig aus. Im Folgenden werden alle notwendigen Schritte der Okulation kurz und möglichst einfach beschrieben. Als Werkzeuge werden ein steriles Okuliermesser und so genannte Okulations¬schnellverschlüsse, welche die Augen im Wurzelhals schützen sollen, gebraucht. Sobald die Wildrosen im Juli voller Saft und Kraft sind, kann das Rosenveredeln durchstarten:

• Zuerst ein Edelreis aus der Edelrose schneiden. Erforderlich ist ein diesjähriger Rosentrieb mit verblühten Blüten und mit mindestens fünf Blättern unter der Blüte. Nach dem Schneiden sofort die Blätter entfernen, den Blattstielansatz am Trieb belassen und die Dornen vorsichtig wegdrücken. Wer Edelreiser kurz lagern will, der kann diese in ein feuchtes Tuch einwickeln.

• Anschließend den Wurzelhals der Wildrose freilegen und gründlich mit einem feuchten Tuch säubern. Die Triebe der Veredlungsunterlage leicht zur Seite drücken.

• Nun die Augen aus dem Edelreis heraustrennen. Diese sitzen über den Blattstielansätzen. Den Reis dabei so in der Hand halten, dass die eingekürzten Blattstielansätze auf den Körper zeigen. Okuliermesser unterhalb des Auges ansetzen und flach unter dem Auge hindurch in Richtung des Körpers führen. Der Schnitt sollte ungefähr 2 cm lang sein. Das Messer dann noch etwas weiter ziehen. Dadurch wird die Rinde mit dem Auge vom Trieb gelöst. Nun das Augenschildchen, was sich noch im innen liegenden Holzteil befindet, vorsichtig abziehen.

• Wurzelhals für das Einsetzen des Auges vorbereiten. Dafür mit dem Okuliermesser einen T-Schnitt in den Wurzelhals ritzen: Zuerst waagerecht in die Rinde schneiden, dann in der Mitte des waagerechten Schnitts mit dem Messer ansetzten und ungefähr 3 cm senkrecht schneiden. Sichtbar ist ein deutliches T in der Rinde des Wurzelhalses.

• Tasche zum Einsetzen des Auges freilegen. Dafür den Löser, der sich auf der Rückseite des Okuliermessers befindet, nehmen. Mit diesem die Rinde links und rechts vom senkrechten Schnitt vorsichtig ablösen, damit sich eine Tasche für das Auge bilden kann.

• Edelauge mit der Spitze nach oben zeigend behutsam in die Tasche schieben. Pflanzenteile, die nach dem Einschieben des Auges über dem waagerechten Schnitt sichtbar sind, abtrennen und die Veredlungsstelle sofort mit einem Okulationsschnellverschluss verbinden. Den Verschluss über die Veredlungsstelle spannen und mit der Klammer fixieren. Den Wurzelhals dann mit Erde wieder leicht anhäufeln.

• Die Veredlungsstelle bis zum kommenden Frühjahr nicht mehr berühren. Der Okulationsschnellverschluss löst sich in der Regel im Laufe der Zeit von selbst ab.

• Im Frühjahr den Wurzelhals wieder abhäufeln. Alle Triebe der Wildrose, die sich über der Veredlungsstelle befinden, abschneiden. Ein Trieb, der aus der Veredlungsstelle herauswächst, zeigt eine gelungene Rosenveredlung an. Wächst kein Neuaustrieb aus dem Edelauge, ist die Rosenveredlung leider misslungen.

• Den Neutrieb aus der Veredlungsstelle nach dem dritten Auge einkürzen. Auf diese Weise lässt sich eine Verzweigung herbeiführen.

• Triebe, die aus der Veredlungsunterlage wachsen, direkt unterhalb der Erde abschneiden. Dadurch wird deren Wachstum eingedämmt.

• Die Rosen im Herbst ausgraben, einen Pflanzschnitt verpassen und an dem Wunschstandort im Garten eingraben.

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