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Unreife grüne Tomaten: Nachreifen lassen oder nicht?

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Vielfach hängen im Herbst noch unreife grüne Tomaten an den Pflanzen. Fehlen Sonne und ausreichend Wärme, können die Früchte nicht mehr vollständig reifen. Verschiedene Mittel und Wege helfen den Reifeprozess anzutreiben.

Unreife grüne Tomaten enthalten das Gift Solanin und sind mit Vorsicht zu genießen
Unreife grüne Tomaten enthalten das Gift Solanin und sind mit Vorsicht zu genießen

Sollte man unreife grüne Tomaten nachreifen lassen?

Unreife grüne Tomaten können verarbeitet – zum Beispiel eingekocht oder als Marmelade – in ganz geringen Mengen verspeist werden.

Aber hier ist wirklich größte Vorsicht geboten.

Unreife Tomaten enthalten das Gift Solanin – pro 100 Gramm sind teils bis zu 30 Milligramm davon enthalten. Eine Menge von über 400 Milligramm kann bereits tödlich sein.

Auch durch das Einkochen reduziert sich der Giftanteil nicht wesentlich. Daher ist es nicht nur weitaus gesünder, sondern vor allem weniger gefährlich unreife Früchte besser nachreifen zu lassen.

Können grüne Tomaten nachreifen?

Um aus unreifen grünen Früchten, reife rote Früchte zu bekommen, sind bestimmte äußere Faktoren bedeutsam. Es sind vor allem eine Temperatur zwischen 18 bis und 20 Grad Celsius sowie eine Luftfeuchte über 80 Prozent nötig.

Licht ist nicht erforderlich. Sind diese Bedingungen gegeben, können grüne Tomaten nachreifen. Nachgereifte Tomaten könnten sich jedoch von den am Stock gereiften Früchten im Geschmack unterscheiden. Denn Tomaten entfalten ihr ganzes Aroma, wenn sie genügend Sonnenlicht und Wärme erhalten.

Fehlen diese natürlichen Bedingungen, können die Früchte durch die Nachreifungsmethoden eventuell weniger intensiv und sogar etwas wässrig schmecken. Letztendlich ist auch der Zeitpunkt des Pflückens der unreifen grünen Tomaten nicht belanglos. Je früher, desto besser. Denn durch Tauablagerungen oder frühem Frost können Tomaten bereits geschädigt werden – glasige Stellen an den Früchten weisen darauf hin.

Nachreifungsmethoden für unreife grüne Tomaten

Sobald die Temperaturen im Herbst sinken, können Tomaten nicht mehr auf natürlichem Wege reifen. Dann ist es an der Zeit, die Früchte von den Sträuchern zu nehmen. Beim Pflücken aber immer ein Stück Stängel an den Früchten belassen.

Eine Nachreifungsmethode besteht zum Beispiel darin, die gepflückten grünen Tomaten in Zeitungspapier einzuwickeln. Handelt es sich um eine große Menge unreifer Früchte, sind diese besser in mit Papier ausgelegten Körben zu legen. Zum Abdecken wird ebenfalls Papier verwendet. Um die Reifung zu beschleunigen, sind Äpfel mit in die Körbe zu legen. Deren Reifegas Äthylen unterstützt den Reifeprozess.

Zum Lagern werden die Körbe in einen warmen Raum gestellt – optimal sind Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad Celsius. Sobald sich an einem Tomatenstock noch reichlich grüne unreife Tomaten befinden, ist besser gleich die gesamte Pflanze wurzelnah abzuschneiden. Diese aber keinesfalls aus der Erde reißen. Die Blätter dann entfernen und Pflanze kopfüber an einem warmen Ort aufhängen. Es bieten sich hierfür beispielsweise der Heizungskeller, der Waschkeller oder ein Gewächshaus an. Die Raumluft sollte bei beiden Reifungsmethoden nicht zu trocken sein.

Natürlich können auch verregnete Sommer dafür verantwortlich sein, dass Tomaten nicht vollständig ausreifen. Damit die Tomatenernte nicht verloren geht, kann folgende Maßnahme helfen: Die Pflanzen einfach im Beet umknicken. Unter den Pflanzen ein Holzbrett oder wasserabsorbierende Folie legen. Erdkontakt ist jedoch zu vermeiden. Anschließend einen Frühbeetkasten oder ein kleines Glasgewächshaus über die Pflanzen stülpen.

Die Gartentipps.de Empfehlung: Fallen die Außentemperaturen unter 12 Grad Celsius, ist der Frühbeetkasten oder das Glasgewächshaus mit isolierender Folie abzudecken. Sicherheitshalber sind die Tomaten auch von unten mit Folie zu schützen. Mit Hilfe der Innenraumtemperatur können die Früchte dann in Ruhe nachreifen.

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