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Tomaten säen – Tomaten ziehen

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Die Entscheidung ist gefallen, Sie möchten Tomaten selbst anpflanzen. Nur wie funktioniert es richtig? Keine Sorge, es ist leichter als gedacht!

Sie müssen kein gelernter Gärtner oder Tomatenspezialist sein, um eine reichhaltige Ernte der roten Früchte zu erhalten. Mit ein paar wenigen Tipps und Tricks lässt sich die „Vitaminbombe“ ganz einfach zu Hause ziehen. Dabei ist es unerheblich, wie viel Platz sie zur Verfügung haben. Einige Sorten geben sich auch mit einem Topf oder einer Hängeampel zufrieden.

Die bevorzugten Tomatensorten sind ausgewählt und die Tomatensamen besorgt. Jetzt geht es ans Anpflanzen. Dazu verwendet man anfangs kleine Aussaatgefäße, die es im Gartencenter zu kaufen gibt. Es eignen sich aber auch flache Schalen aus Plastik, deren Boden man mit ein paar Löchern versieht, um Staunässe zu vermeiden. Verwenden Sie fertige Anzuchterde für die Aussaat der Samen. Sie bietet den perfekten Nährboden für ein gutes, kräftiges Wachstum der Pflanzenkeimlinge.

Jedes Samenkorn bekommt seinen Platz. Bohren sie dazu ein kleines, 0,5 cm tiefes Loch mithilfe eines Stiftes oder Zahnstochers in die Erde. Legen Sie das Korn hinein und bedecken Sie es danach wieder locker mit dem Anzuchtgranulat. Haben Sie Ihr Aussaatbeet fertig, besprühen Sie es mit einem Wassersprüher. Achten Sie dabei auf das richtige Maß. Die Erde sollte nicht ertränkt, ein Austrocknen allerdings verhindert werden.

Nun können Sie das Minibeet an einen hellen, warmen Ort stellen. Die optimale Keimtemperatur beträgt 23°C – 25°C. Ein Fensterbrett über der Heizung eignet sich hervorragend für die ersten Tage. Zugluft sollte allerdings vermieden werden. Nach 10 bis 14 Tagen kommen die beiden Keimblätter zum Vorschein. Ab dem dritten Tomatenblättchen können die Pflanzen einzeln in einen größeren Topf pikiert werden. Das neue Pflanzgefäß sollte einen Durchmesser von ca. 8 cm aufweisen, um den Wurzeln genügend Platz zu bieten. Gießen Sie die Pflänzchen wie gewohnt. Auch jetzt gilt es, die kleinen Zöglinge nicht austrocknen zu lassen.

Gartentipps.de Empfehlung: Bekommen die Tomatenpflänzchen sehr lange Hälse, ist das ein Indiz für zu wenig Licht. Wenn möglich ändern Sie den Standort, damit die Stängel nicht umknicken.

Hier finden Sie eine hilfreiche Anleitung zum Thema: Tomaten Pikieren

Tomaten säen, die Aussaattermine:

Je nachdem wo Sie Ihre Pflanzen ziehen möchten, variieren auch die Aussaattermine. Verfügen Sie über ein frostfreies Gewächshaus, einen Wintergarten oder ein geeignetes Frühbeet, kann mit der Saat schon Mitte bis Ende März begonnen werden. Die Anzuchtdauer der Jungpflanzen dauert in etwa 6 bis 10 Wochen. Danach sind die Wurzelballen kräftig ausgebildet. Die Tomatenpflanze ist robust genug, um ins Freie gesetzt zu werden oder ihren Platz in einem großen Topf auf dem Balkon einnehmen zu können.

Bei der Anzucht im Haus empfiehlt es sich, die Pflanzenkeimlinge tagsüber an einen sonnigen, warmen Platz, außerhalb der eigenen vier Wände zu stellen. Auch wenn es auf der Fensterbank für uns hell erscheinen mag – die, für einen kompakten Wuchs nötige Sonnenenergie, wird durch die Glasscheibe stark vermindert. Nachts sollten die Jungpflanzen aber wieder ins Haus geholt werden. In unseren Breiten ist Nachtfrost bis Anfang Mai keine Seltenheit.

Wenn die Frostgefahr vorüber ist, geht es ans Auspflanzen. Tomaten können als Einzelreihe oder als Beet gepflanzt werden. Um Krankheiten keine Chance zu geben, sollte genügend Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen bestehen. Optimal sind 2 bis 3 Pflanzen pro m². Zu groß geratene Jungpflanzen können tiefer in die Erde gesetzt werden. Sie bilden Adventivwurzeln um noch mehr Nährstoffe aus dem Boden ziehen zu können.

Gartentipps.de Empfehlung: Bedecken Sie die Pflanzreihen mit schwarzer Mulchfolie, damit der Stängelgrund trocken bleibt.

Nützliche Dinge für die Tomatenanzucht:

Tomaten pikieren

Bereiten Sie Ihre Tomatenpflanzen optimal auf die bevorstehende Auspflanzung vor. Auch wenn einige Hobbygärtner gerne auf das Pikieren verzichten – es ist ein nützlicher Schritt um gesunde, kräftige Tomaten zu ziehen.

Haben sich die ersten Blattpaare entwickelt, ist es Zeit für die Umtopfung in ein größeres Gefäß. Nach 2 bis 3 Wochen benötigen die kleinen Tomatenpflanzen mehr Platz, um richtig zu gedeihen. Bevor man die einzelnen Pflänzchen entnimmt, sollten sie nochmals ordentlich gegossen werden. Am besten zwei bis drei Stunden vor dem Pikieren.

Danach kann es ans Übersiedeln gehen. Nehmen Sie zum Pikieren einen speziellen Pikierstab, ein Skalpell oder einen minenlosen Stift zur Hilfe. Vorsicht im Umgang mit den zarten Wurzeln. Sie sollten unbedingt intakt bleiben. Gesunde Wurzeln erkennt man an ihrer weißen Farbe. Die optimale Länge beträgt 2 cm. Sind sie zu lange, sollten sie gekürzt werden. Dadurch wird das Wachstum nochmals angeregt.

Lockern Sie das Substrat um die Sämlinge herum, damit Sie sie unbeschadet herausnehmen können. Jede Pflanze kommt in ein eigenes, sauberes Pflanzgefäß oder eine Schale mit abgegrenzten Sektionen. Als Mindestdurchmesser gelten 8 cm. Füllen Sie das Gefäß ca. 4 -5 cm mit neuer Erde. Am besten eignet sich Torf, Sand oder fertige Pikiererde aus dem Handel. Setzen Sie nun die Jungpflanzen einzeln ein und besprühen das Substrat anschließend mit Wasser. In den folgenden 3 Tagen sollten die Pflanzen nicht in die pralle Sonne gestellt werden. Das kann ein Welken hervorrufen. Die Wurzeln sind noch nicht so stark, um genügend Wassermenge aufnehmen zu können.

Tomaten ausgeizen

Tomatenpflanzen neigen dazu, sehr viele Triebe zu entwickeln. Genauer gesagt sind sie weniger bestrebt, in die Höhe zu wachsen, als vielmehr zu allen Seiten. Es bilden sich an fast allen Blattachsen junge Triebe. Das kann den Ernteertrag deutlich mindern.

Gemüsegärtner freuen sich über ein kräftiges Wachstum ihrer Tomaten. Weist es doch auf eine gesunde, starke Pflanze hin. Doch ist das für eine ertragreiche Ernte auch wünschenswert? Die meisten Tomatenarten stecken ihre Energie in die Entwicklung von neuen Trieben. Die Folge: Es entstehen zwar sehr viele Früchte, der Stamm bleibt aber zu schwach. Zudem reift die Ernte meist nicht richtig aus, die Tomaten bleiben klein und fallen schließlich ab.

Die Lösung: Tomaten ausgeizen

Das Entfernen der jungen Triebe wird als Ausgeizen bezeichnet. Es ist ganz einfach zu bewerkstelligen, benötigt kaum Zeit und hat einen gewinnbringenden Effekt. Machen Sie es ruhig regelmäßig und verhindern Sie dadurch ein Wuchern der Tomatenpflanzen.

Um die Pflanze nicht zu beschädigen, ist das Ausgeizen mit einer scharfen Schere oder einem Veredelungsmesser vorzuziehen. Sie können die dünnen Triebe aber auch zwischen den Fingernägeln abzwicken.

Sind die Seitentriebe entfernt, kann die Pflanze all ihre Energie in die Entwicklung des Hauptstammes stecken. Trotzdem sollte sie gestützt werden. Mit Spalieren oder eigens entwickelten Rankhilfen verhindert man das Umknicken des Stammes. Gerade am Ende der Reifezeit ist die Last durch die Früchte sehr hoch.

Das Ausgeizen sollte an warmen, trockenen Tagen vorgenommen werden. Die entstandenen Wunden können besser heilen und Krankheiten durch eindringende Keime verhindert werden. Entfernt werden nur die Seitentriebe der Pflanze. Zur besseren Unterscheidung zwischen Trieb und Fruchtansatz lassen Sie die Triebe ruhig ein bisschen wachsen.

Gartentipps.de Empfehlung: Die ausgeizten Triebe lassen sich ausgezeichnet als Ableger einpflanzen.

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