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Ketchup Inhaltsstoffe & selber machen

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Der Ursprung des Wortes Ketchup stammt aus dem Chinesischen. Im 15. Jahrhundert wurde erstmals eine Soße aus Schalentieren mit Wein und Tomaten „Kê-tsiap“ genannt. Seeleute aus Singapur brachten die schmackhafte Rezeptur nach England. Von da aus nahm der Siegeszug des Ketchups seinen Lauf.

Das erste Rezept für „englischen Catchup“ fand 1727 in einem Ratgeber für Hausfrauen Erwähnung. Ähnlich einer Fischsoße, war die Konsistenz flüssiger als heutiger Ketchup. Die Zutaten bestanden aus Sardellen, Schalotten, Weißweinessig, Weißwein und verschiedenen Gewürzen. Für einen milderen Geschmack wurden Ketchup mancherorts Zucker oder Pilze beigemengt.

Heute unterscheidet man zwischen 3 unterschiedlichen Sorten:

Tomatenketchup ist die beliebteste Art in Deutschland. Er besteht aus Tomatenmark, Zucker, Salz, Essig und Gewürzen. 70 % der verkauften Flaschen entfallen auf Tomatenketchup. Werden die Zutaten um Gurken, Chilischoten oder anderen Würzmitteln erweitert, handelt es sich um Gewürzketchup. Als dritte Sorte ist Curryketchup erhältlich. Sie sind meist schärfer und enthalten beispielsweise Cayennepfeffer.

Tomatenketchup „made in USA“

Tomatenketchup wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend selbst hergestellt. Die industrielle Produktion begann sich erst später durchzusetzen. Das heute so beliebte „Heinz Tomato Ketchup“ wurde von Henry John Heinz (1844 – 1919) im heimischen Garten entwickelt. Der passionierte Gemüsegärtner traf mit seinen Rezeptkreationen den Geschmack der Amerikaner. Eine der ersten Rezepturen enthielt neben Tomaten auch Ingwer, Senf, braunen Zucker, Meerrettich und Sellerie. Die Heinz-Manufaktur hält, das bis heute gültige Geheimrezept, sicher verwahrt.

Warum wurde Ketchup so beliebt?

Heinz war vorerst nur einer von vielen Herstellern der begehrten Würzsoße. Durch raffinierte Werbekampagnen und Produktverpackungen konnte er sich das Monopol der Ketchupherstellung sichern. Anders als andere Feinkostproduzenten, verpackte Heinz sein Ketchup in Glasflaschen. Jeder konnte die intensive rote Farbe der Tomatensoße sofort sehen. Das Vertrauen war geweckt.

Der Hauptgrund seiner Beliebtheit besteht im süßlichen Geschmack des Tomatenketchups. Nicht nur zu Fast Food wie Pommes oder Hamburger lässt er sich genießen. Ketchup findet in vielen Gerichten Verwendung, dient als Dip oder als geschmackvolle Soße zu gegrilltem Fleisch und Fisch.In Amerika zählt Ketchup zu den Basiswürzmitteln. 97 % der Haushalte haben stets eine Flasche im Kühlschrank. Jährlich werden 650 Millionen Flaschen des Heinz-Tomato-Ketchup weltweit konsumiert.

Ketchup in Deutschland

Ketchup galt als Rarität in Deutschland. War die aromatische Soße doch nur als Importware erhältlich. Erst als 1937 der Feinkosthersteller Zeisner „Deutschlands ersten Ketchup“ produzierte, konnte man Tomatenketchup auch regulär kaufen.

Die Inhaltsstoffe des Ketchups sind in Deutschland reglementiert. Die Richtlinie des Bundesverbandes der Deutschen Feinkostindustrie schreibt vor, dass Tomatenketchup aus mindestens 7 % Tomatentrockenmasse bestehen muss. Das entspricht einem Tomatenmarkanteil von 25 %. Zudem dürfen keine künstlichen Farbstoffe enthalten sein. Geschmacksverstärker, Aromen und Verdickungsmittel hingegen schon.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Naturbelassener Tomatenketchup steckt voller Energie. Neben dem hohen Vitamin C Gehalt, unzähligen Mineralstoffen und Spurenelementen, ist vor allem das Carotinoid Lycopin ausschlaggebend für ein Gesundheitsplus. Der rote Farbstoff ist nämlich nicht nur für die kräftige Färbung verantwortlich. Laut einer 2012 abgehaltenen Studie kann Lycopin das Wachstum von Tumoren einschränken. Das macht diesen Wirkstoff, gerade in der Krebsforschung, so wertvoll. Frische Tomaten enthalten zwischen 3,9 % und 5,6 % Lycopin. Werden sie zur Herstellung von Ketchup, Soßen und Dips erhitzt, wird besonders viel des Farbstoffes freigesetzt.

Ketchup selber machen

Im Handel erhältlicher Ketchup hat es oft in sich. Dabei stehen diesmal nicht die positiven Aspekte im Vordergrund. Lange Zutatenlisten sollten uns zum Nachdenken anregen. Nicht nur Zucker, der die Darmgesundheit angreifen und Diabetes begünstigen kann, sondern vielmehr die künstlichen Zusatzstoffe bergen oftmals gesundheitliche Risiken. Die Wirkung der chemischen Verbindungen auf den menschlichen Organismus ist meist schwer abschätzbar.

Tomatenketchup lässt sich aber auch leicht selbst herstellen. Der Vorteil – Die Zubereitung erfolgt ausschließlich aus gesunden, natürlichen Zutaten. Ausprobieren lohnt sich!

Zutaten für 1 Liter Tomatenketchup:

  • 1,5 kg reife Tomaten
  • 4 Zwiebeln
  • 4 EL Rohrohrzucker
  • 8 EL Essig (Apfel- oder Weinessig)
  • Salz, Piment, Gewürznelken

Zubereitung:

Für den erlesenen Geschmack, ist ein Blanchieren der Tomaten sinnvoll. Danach die Tomaten in einem Topf mit Zwiebeln und Gewürzen für ca. 25 Minuten leicht aufkochen. Währenddessen den Zucker in einer Pfanne karamellisieren und mit Essig ablöschen. Haben die Tomaten eine musähnliche Konsistenz angenommen, fügen Sie die Essig-Zucker-Mischung hinzu und pürieren alles fein durch. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und mithilfe eines Trichters in Flaschen füllen.

Tipp: Um besonders sämigen Tomatenketchup zu erhalten, rühren Sie die Masse während des Kochens regelmäßig um.

Wussten Sie schon:

3 wissenswerte und überraschende Fakten zu Ketchup:

  1. Selbst gemachter Ketchup wird durch den Kochvorgang sterilisiert. Dazu reichen 25 Minuten bei 80°C aus. Wird er noch heiß, luftdicht in saubere Glasfalschen gefüllt, ist er bis zu einem Jahr haltbar.
  2. Werden die Tomaten vor der Herstellung gefroren, entwickelt der Farbstoff Lycopin eine noch stärkere Rotfärbung des Ketchups.
  3. Angelaufenes Silberbesteck? Die Geheimwaffe: Ketchup! Über Nacht eingelegt, lässt sich Silber ganz einfach reinigen.

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