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Chili anbauen, säen und ernten: So gedeiht die scharfe Pflanze

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Chilis, auch Peperoni oder Pfefferoni genannt, sind die kleinen Früchte der Gewürzpaprika. Chilis zeichnen sich nicht nur durch ihren aromatischen Geschmack aus – der mehr oder minder starke Schärfegrad macht sie so unverwechselbar. So können Gartenfreunde Chlli anbauen, säen und ernten.

Chilli anbauen, säen und ernten

Vor dem Chili Anbau: Hintergrund und Geschichte

Ursprünglich stammt die Chilipflanze aus Mittel- und Südamerika. Das Wort Chili trat erstmalig in der Sprache aztekischer Ureinwohner Mexikos auf. Dort war man sich der „scharfmachenden“ Wirkung der Schoten schon 7000 vor Christus bewusst. Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus fand die Chili den Weg nach Europa.

Chili zählt zu den Pflanzen der Gattung Paprika. Ihrem Wirkstoff Capsaicin verdanken Paprikasorten den wissenschaftlichen Namen – Capsicum. Dieser Inhaltsstoff ist maßgeblich für den Schärfegrad der Früchte. Zudem gilt Capsaicin in der Medizin als äußert heilend. Er enthält Schleimhautschutzstoffe, die beispielsweise zur Behandlung von Magenbeschwerden wie Magengeschwüren oder Gastritis eingesetzt werden können.

So geht’s: Chili anbauen, säen und ernten

Hauptsächlich werden in Mittel- und Südamerika, Thailand, China und Japan in großen Mengen Chilli angebaut. Da die Chili-Samen schon im Winter ausgesät werden, sind die europäischen Wetterbedingungen zu kalt für eine erfolgreiche Ernte. Um trotzdem in den Genuss zu kommen, kann man auf ein Gewächs- oder Folienhaus zurückgreifen.

Chilisamen sind in Gärtnereien oder gut sortierten Fachhandel erhältlich. Will man eine ganz besondere Chilisorte anbauen, gibt es einige Fanclubs, die sich auf den Verkauf von seltenen Chilisamen spezialisiert haben. Ein Blick ins Sortiment lohnt sich:

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Chilli Anbau Schritt 1: Das Einsetzen

Hat man eine oder mehrere Sorten gefunden, geht es ans Einsetzen der Chillis. Damit die Pflanze genügend Zeit für Entwicklung und Ausreifung der Beeren hat, beginnt die Aussaat schon sehr früh:

  • Bereits im Dezember kann man die Samen mit Anzuchterde in kleine Töpfe setzen.
  • Zwischen den einzelnen Samen sollten ca. 2 – 5 cm Abstand bleiben.
  • So kommen sich die einzelnen Keimlinge nicht in die Quere.
  • Bei einer Temperatur von 25 °C bis 30 °C, kann man nach etwa 1 bis 3 Wochen die ersten Pflanzenspitzen erkennen.
  • Chilis mögen es warm, sonnig und nicht zu nass.
  • Nach dem dritten Keimblatt können die Pflänzchen in einen größeren Topf übersiedeln.

Chilis können ganzjährig in einem Blumenkübel gezogen werden. In ein Freiluftbeet sollten sie allerdings erst bei geeigneten Temperaturen umgesetzt werden. Von der Blüte bis zur Reife der Früchte vergehen in der Regel mindestens 100 Tage.

Chilli Anbau Schritt 2: Die Chillis pflegen

In den ersten Tagen können Sie die Chilli-Pflanze mit einer durchsichtigen Folie oder einem Glas überdecken – so bildet sich eine für den Chilli Anbau vorteilhafte hohe Luftfeuchtigkeit. Worauf Sie bei der Chilli Pflege noch achten sollten:

Regelmäßig die Chilis gießen

Chillig benötigen viel Wasser, da ohne die Wurzeln sehr schnell beginnen zu faulen. Daher sollte die Pflanze im Idealfall einmal täglich mäßig gegossen werden. Unter Dauerregen sollte die Pflanze aber auch nicht stehen: Regnet es viel, sollten Sie die Pflanze mit einer luftdurchlässigen Folie schützen.

Nicht vergessen: Chilis düngen

Wie jede Pflanze, benötigen auch Chillis Dünger. Davon benötigt die Pflanze aber nicht sehr viel – in der Regel genügt es, wenn Sie die Pflanzen vor der Blüte mit Kali- oder Phospordünger düngen.

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  • Hack Phosphatkali ist ein Grunddünger, der die Pflanzen gezielt mit wichtigem Phosphat, Kali und anderen Spurennährstoffen wie Mangan, Bor und Kupfer versorgt

Chilli Anbau Schritt 3: Die Chillis ernten

Die Reifezeit der Chilli-Pflanze liegt bei 70 bis 100 Tagen, weswegen die Ernte meist erst im August beziehungsweise Anfang September durchgeführt wird. Teilweise zieht sich die Chilli Ernte aufgrund der langen Anbauzeit aber auch bis in den November.

Wenn die Ernte aber erst so spät stattfindet, haben die Chillis bereits mit den kühlen Temperaturen zu kämpfen. Deshalb ist es für Freiland-Chillis empfehlenswert, die unreifen Chillischoten zu ernten, falls es zu kalt wird, und einfach im Haus nachreifen zu lassen.

Die Chilli-Vielfalt: Tausend Arten der Schärfe

So vielfältig die kleinen Scharfmacher in Form, Farbe und Größe auftreten, so unterschiedlich sind sie auch in ihrer Schärfe. Wie wir den Geschmack wahrnehmen, liegt an der Konzentration des Wirkstoffs Capsaicin.

Dieser ist vorrangig in der Plazenta und den Samen der Chilis enthalten. Will man ausschließlich das fruchtig-milde Aroma der Früchte genießen, empfiehlt es sich, die inneren Teile gründlich zu entfernen.

Der Schärfegrad der Chilischoten wird in Scoville-Einheiten angegeben. Eine milde Gemüsepaprika hat zum Beispiel einen Scoville-Wert von ca. 500. Reines Capsaicin hingegen kommt auf stolze 15 000 000.

Eine der bekanntesten Vertreterin der Capsicum-Familie ist die Habanero. Sie wird weltweit angebaut und besitzt einen Schärfegrad von 100 000 bis 350 000 Scoville. Übertroffen wird sie nur noch von „Naga Jolokia“ – der schärfsten Chili der Welt. Mit über 1 Million Scoville heizt sie ihren Fans gehörig ein.

Chili in der Küche verwenden

Getrockneten Samen werden zu Pulver fein zermahlen und über die Speisen gestreut. Aber auch frische Chilischoten eignen sich perfekt zum Würzen und Schärfen.

Entfernt man die Innenteile – Stiel, Plazenta, Samen – entfalten die Chilis einen tropisch- fruchtigen Geschmack. Ideal für Currys, Suppen oder das berühmte Chili con Carne.

Chili-Liebhaber schwören auf Kombinationen mit Schokolade. Die Mischung aus süß und scharf ergibt eine herrliche Geschmacksexplosion.

Tipp: Vorsicht beim Entkernen der Chilis. Hände nach dem Schneiden sofort waschen. Capsaicin in Augen oder Nase kann sehr unangenehm werden.

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