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Pflanzenernährung Tipps – Ohne Essen geht es nicht!

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Wenn es um das Thema Pflanzenernährung geht, scheinen deren Besitzer in zwei Gruppen zu fallen. Die einen stehen auf das Motto „Viel hilft viel“; die anderen glauben, ihre Schätzchen können von Luft und Liebe allein leben. Beides ist für Pflanzen auf Dauer ungesund – genauso wie zuviel oder zuwenig Essen für den Menschen.

Die Auswahl des richtigen Düngers ist wichtig
Die Auswahl des richtigen Düngers ist wichtig

Leider gibt es beim Thema Dünger noch viele Vorurteile – als „zu kompliziert“ abgetan werden Pflanzen oft mit völlig ungeeigneten Düngern halb umgebracht oder müssen gänzlich ohne Nährstoffe hungern.

Gartentipps.de gibt Ihnen hier die Eckdaten, auf die zu achten sind:

Was benötigen Pflanzen? Basiselemente eines Düngers:

Stickstoff (N) – wird von den Pflanzen vor allem für die Bildung von Blattmasse benötigt. Ein Zuviel verursacht meist lange, blasse und kränkliche Triebe.

Phosphor (P) – wird von den Pflanzen u.a. für die Förderung der Blüte benötigt.

Kalium (K) – fördert Trieb- und Fruchtwachstum; erhöht die Fähigkeit von Pflanzenzellen, Wasser aufzunehmen.
Nach neuesten Erkenntnissen bringt eine kalibetonte Düngung zur besseren “Winterhärte” von Gehölzen nichts.

Mineralstoffe: weitere nichtorganische Nährstoffe, die von Pflanzen (meinst in geringen Mengen) benötigt werden können, z.B. Magnesium, Eisen, usw.

Phosphor, Kalium und Mineralstoffe sind schwer löslich und werden im Boden gebunden. Damit ist die Gefahr des Überdüngens bei diesen Bestandteilen am höchsten. Stickstoff wird schneller ausgewaschen, belastet dann aber als Nitrit das Grundwasser.

Verwirrende Angaben? Begriffserklärungen rund um Düngemittel:

Volldünger: Enthält alle 3 Basiselemente – also N-P-K (die Zahlen geben immer an, wie viele Prozent der Gesamtmasse auf das jeweilige Element entfallen) und meist noch weitere Spuren- und Mineralstoffe.

Organischer Dünger: Düngemittel aus “natürlichen” Bestandteilen, z.B. Mist oder Hornspäne, die Aufschließung der Nährstoffe erfolgt erst durch Bodenmikroorganismen, sprich die Nährstoffe stehen den Pflanzen nicht sofort zur Verfügung.

Mineralischer Dünger: anorganischer Dünger, der die bereits aufgeschlossenen Nährstoffe in Form von Salzen enthält, diese stehen den Pflanzen somit meist sehr schnell zur Verfügung – besonders schnell in Form von Flüssigdünger.

Kunstdünger: jeder synthetische hergestellter Dünger – egal ob organisch oder mineralisch.

Gründüngung: Genau genommen wird damit das Einarbeiten von grünen Pflanzen oder angewelktem Pflanzenmaterial bezeichnet. Meist bezieht sich dieser Begriff bereits auf den gezielten Anbau spezieller Pflanzen zur Anreicherung des Bodens mit Stickstoff (Hülsenfrüchte) oder zur Nematoden-(Fadenwürmer-)Bekämpfung (Tagetes).

Was kann man nehmen? Was eignet sich als Düngemittel:

Blaukorn: ein eingefärbter, synthetische Volldünger – nicht mehr und nicht weniger (also weder ein Wunderheilmittel noch Teufelszeug).

Bananen(schalen): Bananen enthalten viel Kalium (durchschnittlich 393 mg je 100 g) und können daher überall dort, wo ein Kalidünger benötigt wird, eingesetzt werden. Zusätzlich wird auch noch Magnesium (36 mg je 100 g) zur Verfügung gestellt – auch dies kommt dem Pflanzenwachstum zu Gute.

Kaffeesatz: Kaffeesatz enthält neben einem hohen Stickstoff-Gehalt auch noch Phosphor, Kalium und weitere Mineralstoffe = somit als organischer Volldünger einsetzbar.

Kalk: Eine Kalkdüngung erhöht den ph-Wert des Bodens (somit ungeeignet bei Pflanzen, die einen eher niedrigen ph-Wert bevorzugen) und dient auch zur Versorgung der Pflanzen mit Kalzium und Magnesium.

Gesteinsmehl: ein Bodenhilfsstoff aus Basaltmehl, liefert einen hohen Anteil an Eisen und Magnesium. Erhöht jedoch (wie Kalk) den ph-Wert des Bodens (also nicht bei so genannten Moorbeetpflanzen verwenden).

Hornspäne/Hornmehl: Beide Produkte liefern ausschließlich Stickstoff (einseitiger, organischer Dünger). Hornspäne werden über einen längeren Zeitraum zersetzt, der im Hornmehl enthaltene Stickstoff wird etwas schneller aufgeschlossen.

Holzasche: (Unter der Voraussetzung, dass unbehandelte Hölzer verbrannt wurden!) ein organischer Kaliumdünger, der aber stark alkalisch wirkt und somit nicht bei Pflanzen angewendet werden sollte, die einen eher niedrigen ph-Wert bevorzugen. (Am besten über den Umweg Komposthaufen ausbringen.)

Eisen: ein hoher ph-Wert (bereits über 6) des Bodens kann die Aufnahme von Eisen blockieren. Einige Pflanzen reagieren darauf mit Chlorose (Schadbild: gelbe Blätter, grüne Blattadern), mit einem speziellen Eisendünger (= Eisenüberangebot) bekämpft man aber nur die Symptome nicht jedoch die Ursache.

Kompost: ein organischer Volldünger, dessen Zusammensetzung abhängig vom kompostierten Material stark unterschiedlich sein kann.

Achtung: Auch mit Kompost können Gartenböden stark überdüngt werden! Die auszubringende Menge sollte daher – abhängig vom Bodentyp – 2 bis 5 Liter pro Quadratmeter = 2 bis 5 mm (Millimeter!) pro Jahr nicht übersteigen.

Und was sollte man noch beachten? Notizen rund ums Düngen:

  • Eine Düngeempfehlung sollte sich immer zuerst am Bedarf der Pflanzen und dem bereits vorhandenen Nährstoffgehalt bzw. ph-Wert des Bodens orientieren! Die Düngermengenangaben auf den Packungen beziehen sich auf einen groben Durchschnitts-Nährstoffgehalt des Bodens und sind im Normalfall sogar etwas zu hoch angesetzt. Ruhig daher mal bei nährstoffreichen Böden (z.B. Lehmböden) die angegebene Menge halbieren.
  • Chemisch ist Stickstoff aus organischen Dünger nicht von Stickstoff aus Kunstdünger unterscheidbar = ident. Außer dem Aufwand in der Produktion (Frage der ökologischen Vertretbarkeit) gibt es somit keinen Grund, künstlich produzierte Dünger abzulehnen.
  • Die Nährstoffaufnahme wird auch durch den ph-Wert des Bodens bestimmt. So kann Stickstoff nur in einem Bereich von 6.5 bis 8.5 von den Pflanzen tatsächlich verwertet werden, eine Stickstoffdüngung auf sehr sauren Böden ist daher unnötig. Auf der anderen Seite steht Kalium nur in einem Bereich von 6.5 bis 7.5 zur Verfügung, eine Kaliumdüngung auf sehr alkalischen Böden kann daher ebenfalls unterbleiben. (Der optimale Bereich für die Aufnahme von Nährstoffen liegt bei einem ph-Wert zwischen 6.3 und 6.8.)
  • Sofern die Bestandteile ident sind, kann ohne weiteres auf ein billiges Produkt zurückgegriffen werden – teure Markendünger sind nicht unbedingt besser.
  • Es muss nicht für jede Pflanze ein eigener Dünger angeschafft werden. Wenn der Nährstoffbedarf von Pflanzen ident ist, kann auch für beide derselbe Dünger verwendet werden (unabhängig davon, welches Bild auf der Packung klebt).
  • Holz – genau genommen der Zelluloseanteil (als Anteil einer Mulchschicht) benötigt zum Verrotten Stickstoff, bei einer sehr dicken Mulchschicht mit hohem Holzanteil kann es daher zu einer Stickstoffunterversorgung der Pflanzen kommen. Dies kann mit einer etwas Hornspänen (ähnlicher langsamer Zersetzungsintervall wie Holzhäcksel) unter der Mulchschicht ausgeglichen werden. Bei Mulchschichten ohne großartigen Holzanteil kann dies aber durchaus unterbleiben.
  • Mulchschichten aus organischem Material, das sich bald zersetzt, z.B. Grasschnittmulch, muss als “Flächenkompost” und somit bereits als Düngung angesehen werden.

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