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Pflanzenanzucht: Es werde Licht!

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Bald kommt wieder die Zeit, wo die ersten Gärtner es kaum mehr erwarten können, mit dem Vorziehen der Pflanzen zu beginnen.

Wichtig bei der Pflanzenzucht sind Beleuchtungsdauer, Temperatur und Lichtstärke
Wichtig bei der Pflanzenzucht sind Beleuchtungsdauer, Temperatur und Lichtstärke

Viele Versuche landen dann aber eher am Kompost als zu schönen Pflanzen zu führen und die Hauptursache ist meist auf Probleme mit dem Licht – besser gesagt auf Lichtmangel – zurückzuführen. (Kennzeichen: lange, eher blasse Sämlinge, die zum Umfallen neigen).

Oft kommt dann die Antwort „Ich habe die Saatschalen eh direkt beim (Süd-)Fenster stehen!“

Hier kommt aber zum Tragen, dass auf Grund der Jahreszeit die Tageslichtlänge (also die Sonnenstundenanzahl) einfach nicht zu den im Vorzuchtbereich herrschenden Temperaturen passt.

Anmerkung: Sämlinge erwarten ein bestimmtes Verhältnis zwischen Temperatur und Lichtausbeute. Die Temperatur passt meistens – aber wenn dann nicht im erwarteten Umfang Licht zur Verfügung steht, gehen sie quasi auf die Suche danach – sprich bilden überlange Triebe aus.

Die Alternativen bestehen somit darin:

  • später mit dem Anbau zu beginnen,
  • die Sämlinge kühler zu stellen oder
  • für mehr Licht zu sorgen

Wobei nicht nur die Beleuchtungsdauer entscheidend ist. Als grober Richtwert: am 21. März – wenn viele Sämlinge im Freien keimen würden (zumindest in milden Regionen) – beträgt die Tageslichtlänge am Breitengrad Höhe München bereits knapp über 12 Stunden; am 21. Jänner ist es gerade mal 9 Stunden – d.h. das natürliche Tageslicht muss künstlich um mindestens 3 Stunden verlängert werden.

Normalerweise ist Kunstlicht nicht in dem für Pflanzen brauchbaren Lichtspektrum vorhanden. So haben z.B. Glühbirnen eine zu niedrige Lichttemperatur (Angabe in Kelvin; das Licht erscheint somit eher gelb bis rötlich; außerdem produzieren sie zuviel Wärme), viele Neonröhren eine zu hohe Lichttemperatur (das Licht ist blaustichig). Jetzt muss man nicht unbedingt in relativ teure „Pflanzenleuchten“ investieren – es sind auch Energiesparlampen ohne weiteres möglich. Allerdings sollten sie die passende Lichttemperatur aufweisen. Der Bereich von ca. 5.000 bis 6.500 Kelvin entspricht am ehestem dem Sonnenlicht zu Mittag (es sieht sehr weiss aus – also ohne einen Farbschlag Richtung rot oder blau). Leider sind diese Angaben oft nicht vorhanden – am ehesten noch im Bereich der Fotolampen (hier wird die Angabe für die Einstellung der Kamera benötigt) oder bei den Lampen für Aquarien bzw. Terrarien.

Neben der Beleuchtungsdauer und der Lichttemperatur kommt als dritten wichtigen Parameter auch noch die Lichtstärke (Angaben in Lux) eine wichtige Bedeutung zu. Was für uns eine bereits extrem helle Zimmerbeleuchtung ist, kommt im Normalfall über 800 bis 1.000 Lux nicht hinaus. (In diesem Bereich sind auch die meisten Pflanzenleuchten angesiedelt.) Nur zum Vergleich: Ein bedeckter Wintertag im Freien bringt es allein schon locker auf ca. 3.500 Lux. Für sehr lichthungrige Jungpflanzen benötigt man somit eine Zusatzbeleuchtung bei der man sich am liebsten die Sonnenbrille aufsetzen würde.

Und man sollte nicht vergessen, dass die Lichtmenge mit dem Abstand zur Lichtquelle exponential abnimmt – mit einer Verdopplung der Entfernung, nimmt die Lichtstärke zumindest um den Faktor 4 ab. Lichtquellen, die mehr als 1 m von den Pflanzen entfernt sind, sind somit nur mehr bedingt von Nutzen.

Zum Schluss noch unsere Gartentipps.de Empfehlung: Bei der Übersiedlung der Jungpflanzen ins Freie eine langsame Gewöhnung an die UV-Strahlung der Sonne mit einzurechnen (Glas lässt zwar Wärme- aber keine UV-Strahlung durch!) – sonst gibt es einen gewaltigen Sonnenbrand.

 

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